Le coeur perdu – Paris

4 Schnittregeln am einäugigen Zapfen für dauerhaft hohe Erträge

Der einäugige Zapfen ist keine Verlegenheitslösung, sondern eine bewusst gewählte Schnittform für Reben, die über Jahre hinweg gleichmäßig tragen sollen. Wer ihn beherrscht, braucht weniger Ersatzpflanzungen und hält den Stock in einem stabilen Gleichgewicht zwischen Wachstum und Ertrag. Entscheidend ist, dass der Zapfen wirklich einäugig bleibt und das Auge in der richtigen Position sitzt.

Ein häufiger Fehler ist der Schnitt mit der Senkrechten oder sogar mit negativer Neigung, also oben breiter als unten. Das führt dazu, dass die unteren Zweige kein Licht mehr erhalten und innerhalb weniger Jahre absterben. Ein weiterer Fehler ist das Schneiden in praller Mittagssonne an heißen Tagen. Die frischen Schnittstellen trocknen dann aus, und die Hecke treibt schlechter nach. Besser sind kühle Vormittage oder bedeckte Tage. Auch zu tiefes Zurückschneiden in einem Arbeitsgang schadet: Die Pflanze bildet dann zwar neue Triebe, aber die Form geht verloren, und es dauert lange, bis die Trapezform wiederhergestellt ist.

Warum die Position des Auges über den Ertrag entscheidet Das verbleibende Auge sollte nach außen oder oben zeigen. Nach innen gerichtete Augen schieben ihre Triebe in die Stockmitte, wo sie sich gegenseitig beschatten und die Fruchtqualität sinkt. Beim Binden im Sommer führt man den Trieb senkrecht nach oben oder leicht schräg, nie waagerecht über andere Triebe. Ein zu flach gebundener Trieb wächst stark vegetativ und setzt weniger Blüten an. Prüfen lässt sich das an der Trieblänge: Bleibt sie im mittleren Bereich, arbeitet der Zapfen richtig.

Die zweite Gruppe umfasst Sorten, die im Mai an den vorjährigen Trieben blühen und im Spätsommer noch einmal an den neuen. Typische Vertreter sind Clematis florida und viele großblumige Sorten, die im Handel als frühblühend gelten. Hier ist der Schnitt am heikelsten: Ein starker Rückschnitt im Frühling kostet fast immer die erste Blüte. Man schneidet deshalb erst nach der ersten Blüte leicht zurück, entfernt abgestorbene Triebe und kürzt die Pflanze um etwa ein Drittel. Ein zweiter, vorsichtiger Rückschnitt im Spätsommer nach der zweiten Blüte hält die Pflanze kompakt. Wer unsicher ist, schneidet gar nicht – das ist immer noch besser als ein falscher Schnitt.

Ein tragfähiger Ast ist nicht der längste, sondern der stabilste. Junge Bäume brauchen ein Gerüst aus drei bis fünf Leitästen, die in verschiedene Richtungen zeigen und in flachem Winkel vom Stamm abgehen. Steile Triebe wachsen stark nach oben, tragen aber schlecht und brechen unter Last leicht aus. Solche Konkurrenztriebe werden entfernt, solange sie noch dünn sind. Ein zu steil stehender Ast lässt sich oft durch Herunterbinden in eine flachere Position bringen, statt ihn sofort zu opfern.

Clematis schneiden ist keine Geschmacksfrage. Wer zur falschen Gruppe greift, entfernt entweder die Blütenknospen des kommenden Jahres oder lässt die Pflanze von unten verkahlen. Die entscheidende Information steckt nicht im Etikett, sondern in der Biologie der Pflanze: Wann treibt sie aus, wann blüht sie, und an welchem Holz sitzen die Knospen. Wer das einmal verstanden hat, braucht keine Sortenlisten mehr.

Der Aufbau beginnt im Winter. Am mehrjährigen Holz lässt man einen kurzen Zapfen mit nur einem kräftigen Auge stehen. Schneidet man versehentlich zwei Augen stehen, entsteht ein konkurrierender Trieb, der dem eigentlichen Fruchttrieb Licht und Nährstoffe wegnimmt. Der Schnitt erfolgt etwa eine Handbreit über dem Auge, damit der Zapfen nicht zurücktrocknet und das Auge sicher austreibt. Ein zu langer Stummel fault leichter, ein zu kurzer gefährdet das Auge.

Achten Sie außerdem auf die Nährstoffversorgung und den Wasserhaushalt. Ein einäugiger Zapfen trägt weniger Knospen als eine lange Rute, reagiert aber empfindlicher auf Trockenheit und Stickstoffmangel. Eine zurückhaltende Düngung im Frühjahr und eine mulchende Bodenpflege halten die Wurzeln gleichmäßig feucht. Überdüngung führt zu mastigem Wachstum, das den Zapfen im Folgejahr überlastet. Kontrollieren Sie den Stock während der Vegetation: Vergilbte Blätter und kurze Triebe zeigen, dass der Zapfen zu schwach ist und ersetzt werden muss.

So wird der Rückschnitt ausgeführt, ohne das Herz zu verletzen Zuerst das Gras zusammenraffen. Am einfachsten mit einem Gummiband oder einer Schnur um den gesamten Horst, etwa eine Handbreit über dem Boden. Danach mit der Astschere oder einer scharfen Heckenschere den gesamten Bund durchtrennen. Nicht auf das Herz schneiden. Der Schnitt erfolgt etwa fünf bis zehn Zentimeter über dem Boden, je nach Art und Wuchshöhe. Bei niedrigen Sorten reichen zwei bis drei Zentimeter. Ein zu tiefer Schnitt, direkt auf das Herz, ist der zweite klassische Fehler. Das Herz ist der Vegetationspunkt, aus dem der neue Austrieb kommt. Wird es verletzt, treibt die Pflanze entweder nicht mehr aus oder bildet nur kümmerliche Halme.

Nach dem Schnitt den Horst auseinanderziehen und alte, abgestorbene Halme entfernen. Das lockert die Basis und verbessert die Luftzirkulation. Bei dichten Beständen kann man den Horst zusätzlich mit einer Grabegabel anheben und etwas auflockern. Wer im Winter austreibt, sollte nicht schneiden, solange die Nächte noch deutlich unter null Grad liegen. Ein später Kälteeinbruch nach dem Schnitt ist gefährlicher als ein später Schnitt. Ist der Winter mild und trocken, kann man den Schnitt vorziehen, aber nur, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind.

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