Wer in einem Altbau wohnt, kennt das Problem: Rund um den Rollladenkasten bleibt die Wand im Winter kalt, manchmal sogar feucht. Die Ursache sind Wärmebrücken – Stellen, an denen die Dämmung der Fassade unterbrochen ist und die Kälte fast ungehindert ins Innere gelangt. Gleichzeitig kondensiert an der kalten Oberfläche die Raumluftfeuchtigkeit. Die Folge sind schwarze Flecken an der Decke oder an der Wand über dem Fenster. Bevor Sie jedoch zur Dämmung greifen, sollten Sie verstehen, warum eine unsachgemäße Innendämmung genau diesen Effekt noch verstärken kann – und wie Sie es richtig machen.
Bevor Sie den Abluftschlauch einer mobilen Klimaanlage oder eines Wäschetrockners durch die Wand führen, sollten Sie sich über die physikalischen Folgen im Klaren sein. Jeder Kubikmeter Luft, den das Gerät nach draußen befördert, muss durch einen anderen Spalt oder eine undichte Stelle wieder hereinkommen. Geschieht das nicht, entsteht ein Unterdruck, der sich durch ziehende Türritzen, klappernde Fenster oder sogar durch Rückströmung aus dem eigenen Kamin bemerkbar macht. Prüfen Sie daher zuerst, ob Ihr Raum über eine ausreichende Nachströmöffnung verfügt – etwa ein gekipptes Fenster im Nebenraum.
Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, prüfen Sie, ob der Rollladenkasten überhaupt von innen zugänglich ist. Im Altbau findet sich häufig eine einfache Holz- oder Pressspanblende, die Sie vorsichtig lösen können. Messen Sie zuerst die Dicke der Luftschicht zwischen Blende und dem eigentlichen Kasten. Entscheidend ist, dass Sie ausreichend Platz für die Dämmung und eine dahinterliegende Dampfbremsung haben. Bei sehr schmalen Kästen (unter 10 Zentimeter Tiefe) sollten Sie auf eine vollständige Dämmung verzichten und stattdessen nur die Kastenblende selbst mit einer dünnen Schicht Dämmstoff bekleben – andernfalls bleibt der Dämmwert so gering, dass sich die Arbeit nicht lohnt und der Aufwand ins Leere läuft.
Die zweite Methode zielt auf die Stoffwahl. Verwenden Sie keine leichten Vorhänge aus Polyester oder Nylon, die nur hohe Töne dämpfen. Greifen Sie zu schweren Materialien wie Samt, Velours oder speziellen Akustikstoffen, die ein hohes Flächengewicht von mindestens 300 Gramm pro Quadratmeter aufweisen. Ein Materialtest: Halten Sie den Stoff dicht ans Ohr und sprechen Sie leise – ein guter Absorber lässt das Geräusch gedämpft klingen, während ein reflektierender Stoff den Klang eher zurückwirft. Vermeiden Sie zudem glatte Oberflächen, da diese den Schall eher spiegeln als brechen.
Wenn die Türkante oben oder seitlich ansteht, liegt das Problem oft am Falz. Messen Sie mit einem Fühlermaß, ob der Spalt gleichmäßig ist. Bei Altbauten hilft es, die Scharnierplatte auf der Zargenseite mit einer Metallfeile um einen halben Millimeter nachzuschleifen. Nehmen Sie lieber zu wenig als zu viel ab – Sie können immer noch mehr wegnehmen. Ein häufiger Fehler ist, direkt in die Türblattkante zu feilen. Das zerstört die Oberfläche und die Tür schließt trotzdem nicht sauber, weil der Fehler an anderer Stelle liegt.
Vor dem Einbau ist die bauphysikalische Bestandsaufnahme entscheidend. Prüfen Sie, ob die Nische zur Außenwand oder zu einer kalten Nebenwand führt. Bei einer reinen Außenwandnische genügt eine Dämmung von drei bis fünf Zentimetern, um die Wärmebrücke entscheidend zu reduzieren. Liegt die Nische an einer Giebelwand oder über einem unbeheizten Kellerabgang, sollte die Dämmung dicker ausfallen. Messen Sie die vorhandene Wandstärke und den Zustand des Mauerwerks. Feuchte Stellen oder Salzausblühungen deuten auf aufsteigende Feuchtigkeit hin – hier darf nicht einfach draufgedämmt werden, sondern die Ursache muss zuerst behoben werden.
Vergessen Sie nicht die Aussparungen für Türen und Installationen. Bei tragenden Wänden dürfen Stürze nur nach statischer Berechnung eingebaut werden. Ein simpler Holzbalken über der Türöffnung ist hier nicht ausreichend. Lassen Sie sich von einem Fachmann die Abmessungen des Sturzprofils berechnen und montieren Sie es so, dass die Lasten sicher abgetragen werden. Elektroleitungen und Rohre sollten Sie nicht einfach in die Beplankung legen, sondern in Leerrohren oder in einer separaten Installationsebene führen, damit die Wand nicht durch nachträgliches Fräsen geschwächt wird.
So gelingt der saubere Durchbruch ohne Bauschäden Messen Sie zuerst den Außendurchmesser des Schlauches, nicht den Innendurchmesser, denn die meisten Wanddurchführungen werden zu knapp bemessen. Markieren Sie die Position an der Wand nicht nur nach Augenmaß, sondern mit einer Wasserwaage – ein schiefes Loch führt später zu Spannungen im Schlauch und zu erhöhtem Luftwiderstand. Bohren Sie bei Mauerwerk zuerst mit einem dünnen Bohrer ein Pilotloch und erweitern Sie es dann von beiden Seiten, um Ausbrüche an der Putzkante zu vermeiden. Bei einer Dämmfassade müssen Sie zusätzlich die Dampfbremse berücksichtigen: Umwickeln Sie das Durchführungsrohr mit geeignetem Dichtband, damit keine Feuchtigkeit ins Innere der Dämmung gelangt.
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